Lage und Verschattung

Grundlagen Verschattung

Oft wird von der "passiven" Solarenergienutzung, also der Einstrahlungsgewinne durch Fenster, etc. und der "aktiven" Solarenergienutzung, also der Anbringung von Solarkollektoren oder Photovoltaikmodulen, gesprochen. Durch die Nutzung solarer Einstrahlungsgewinne kann der Heizenergiebedarf ohne zus√§tzliche Ma√ünahmen (wie z. B. D√§mmung) gesenkt werden. Das macht die Nutzung der Sonneneinstrahlung und die Vermeidung von Verschattung so wertvoll.

 

Als verschattende Objekte kommen haupts√§chlich Nachbargeb√§ude und Bepflanzungen in Betracht. Die Lage des Gel√§ndes (Topografie) beeinflusst zus√§tzlich den Schattenwurf. Besondere Bedeutung hat die passive Solarenergienutzung bzw. deren Verschattung im Winter, wenn die Sonne flach steht und der Heizbedarf gro√ü ist (und die Schatten am l√§ngsten sind). Bei der Verschattung durch Pflanzen oder B√§ume ist zu ber√ľcksichtigen, ob diese im Winter belaubt sind oder die Sonne zumindest teilweise durchdringen kann.

Berechnung Schattenwurf

Soll der Schattenwurf √ľberschl√§gig berechnet werden, so wird in der Regel der Stand der Mittagssonne am Tag des Jahres mit dem niedrigsten Sonnenstand √ľber dem Horizont (21. Dezember, Wintersonnenwende) zugrunde gelegt. F√ľr das Ostallg√§u betr√§gt dieser Winkel (Sonne √ľber Horizont) ca. 18,8¬į, er resultiert aus unserem Breitengrad (f√ľr z. B. Augsburg oder Berlin sind andere Winkel anzusetzen).

 

Geht man von der H√∂he des Schatten werfenden Objekts (H, beispielsweise ein Baum oder eine Dachkante) aus, l√§sst sich daraus ungef√§hr die L√§nge des Schattenwurfs (A) errechnen. Der Abstand A sollte gr√∂√üer sein als das ca. 2,9-fache der H√∂he H (in Nord-/S√ľd-Richtung).

Die genaue Formel, falls ben√∂tigt, lautet: A ‚Č• H * (1/tan(18,8¬į)).

 

Detaillierte Aussagen zur gegenseitigen Verschattung und insbesondere zu Zeitverteilungen können Schattensimulationen oder Verschattungsgutachten geben.

Topografie

Die Gel√§ndeform beeinflusst den Schattenwurf u. U. unmittelbar. Ist das Gel√§nde nach S√ľden geneigt, verk√ľrzt sich der Schattenwurf, die Hangneigung (in Grad) muss also zu den 18,8¬į dazu gerechnet werden. Bei einer Hangneigung nach Norden verl√§ngert sich der Schatten verst√§ndlicherweise, die Hangneigung muss von den 18,8¬į abgezogen werden. Insofern sind f√ľr die Ausweisung eines neuen Baugebietes Nordh√§nge zu vermeiden, wenn die Wahl zwischen mehreren Fl√§chen besteht.

Lage und Form der Baukörper

Durch die geschickte Anordnung der Bauk√∂rper kann die gegenseitige Verschattung verringert werden. So k√∂nnen diese beispielsweise in Nord-/S√ľd-Achse leicht gegeneinander versetzt angeordnet werden, um den Schattenwurf zwischen Nachbarn zu optimieren. Gro√üe Schatten werfende Objekte k√∂nnen m√∂glicherweise so platziert werden, dass der Schatten eher auf eine freie Fl√§che f√§llt. Lange Geb√§ude werden besser in Nord-S√ľd-Richtung angeordnet, da einerseits der Schattenwurf weniger breit ist und andererseits gr√∂√üere Geb√§udefl√§chen auf der Ost- und Westseite durch die Sonne belichtet werden.

                

 

Zur Steuerung dieser Anordnungen k√∂nnen Baugrenzen, H√∂henbeschr√§nkungen, Geschoss- und Grundfl√§chenzahlen verwendet werden. Gleiches gilt f√ľr Bepflanzungsvorgaben oder geschickte Anordnung von Erschlie√üungsfl√§chen bzw. Verkehrsfl√§chen.

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